Das Memo zu der Rasterfahnung bei der Deutschen Bahn
So normalerweise gehe ich ja nicht auf Politische Themen ein aber so langsam ist das Maß der Dinge voll. Diesmal geht es um mein Lieblingsunternehmen die Deutsche Bahn.
Die Datenschutzaffäre der DB zieht weit größere Kreise als bisher angenommen wurde. Zunächst war von ca. 1000 Betroffenen Mitarbeiter die überprüft wurden die Rede, doch mittlerweile ist das ganze Ausmaß des Datenschutzskandals bekannt geworden.
So wurden von der Deutschen Bahn zwischen 2002 und 2003 rund 173.000 von damals 240.000 Mitarbeitern überprüft. Also drei viertel der Belegschaft. Die Überprüfung der Daten fand durch die Berliner Ermittlungsfirma Network Deutschland GmbH statt, die auch schon damals bei dem Bespitzelungsskandals der Deutschen Telekom beteiligt war. Der Datenabgleich sollte eigentlich zur Korruptionsbekämpfung dienen doch mittlerweile vermutet man, dass Hr. Mehdorn herausfinden wollte, wer ihn bei den Steuerbehörden angezeigt hat.
Über die
Mitarbeiter wurden sämtliche Daten erfasst wie z.B: Auffallender Lebensstil, Vielzahl von Konten, Private Kontenbewegungen sowie Reisetätigkeiten, Familienverhältnisse und der Ehepartner! Was
bitte geht der Bahn die meine Reisetätigkeiten und meine Familienverhältnisse an???
Man kommt sich immer mehr wie in der DDR zu Stasi Zeiten vor.
Auf der Seite Netzpolitik.org stellt Markus Backendahl, Unternehmer, Blogger und Aktivist für digitale Freiheiten, ein „internes“ Memo, zur Rasterfahndung der Deutschen Bahn, das ihm aus einer anonymen Quelle zugespielt wurde, zur allgemeinen Begutachtung online. Darin geht es um ein Gespräch zwischen der Deutschen Bahn und der Network Deutschland GmbH.
Hier könnt ihr das lesen:
http://netzpolitik.org/wp-upload/datenschutz_bei_der_bahn.pdf
Markus Beckendahl wurde nun von der Deutschen Bahn wegen der Veröffentlichung des Dokuments abgemahnt und Aufgefordert bis zum heutigen Freitag (06.02) das Dokument aus dem Netz zu entfernen und eine Unterlassungserklärung zu Unterzeichnen, da es um Verrat von „internen“ Betriebsgeheimnissen geht.
Allerdings wird Herr Beckendahl der Forderung von der Deutschen Bahn nicht nachkommen, da er der Meinung ist , dass das Informationsrecht der Öffentlichkeit höher wiegt als der Schutz von Betriebsgeheimnissen und außerdem waren die meisten Inhalte dieses Dokuments eh schon bekannt.
Mittlerweile hat Markus Beckendahl sehr viel Unterstützung bekommen. Nicht nur von großen Medienverbänden sondern auch von Politikern. Und das ist auch gut.
Von Blogger vs. Bahn oder David gg. Goliath ist die Rede. Markus Beckendahl berichtet auf seinem Blog www.netzpolitik.org über die neuesten Entwicklungen der Abmahnung. Sehr sehr spannend die ganze Entwicklung zu lesen.
Bleibt sich jetzt nur noch die Frage zu stellen wo das noch hingeht bzw. wo kann ich mir meiner Privatsphäre noch sicher sein. Der User wird im Netzt immer mehr zum Gläsernen Menschen, ausspioniert und überwacht. Ich sag nur Bundestrojaner…Vorratsdatenspeicherung…etc.
Wer überprüft bitte was die überprüfen? Können wir uns sicher sein das nur „potentielle Straftäter“ oder „Terroristen“ überprüft werden….
Nein das können wir nicht.
Wir nähern uns leider da viel zu sehr den amerikanischen Methoden wo der Mensch an sich was Privatsphäre angeht ein scheiß Dreck wert ist. Laut Quelle der US-Today wird von der NSA neben dem internationalem Abhörprogramm sogar der gesamte inländische Telefonverkehr der USA überwacht und analysiert. Und ich bin mir sicher wenn es nicht auch schon in Deutschland gemacht wird, dauert es nicht mehr lange bis auch wir solche Methoden anwenden. Die Basis dafür ist ja jetzt geschaffen. Vorratsdatenspeicherung…
Doch zurück zum Bahnskandal…
Das traurige an der Geschichte ist das wahrscheinlich die Verantwortlichen dafür ohne Bestrafung davon kommen werden, wie schon so oft… Deswegen juckt es die großen Unternehmen auch relativ wenig solche verfahrensweißen an den Tag zu legen…
Angeblich arbeitet auch die Deutsche Post seit 1998 mit der Network Deutschland GmbH zusammen…bin mal gespannt wann da was kommt.
Ein Danke noch an Markus Beckendahl der das Thema publik gemacht hat. Die Öffentlichkeit muss über solche Arbeitsweißen informiert werden…!
Bleibt abschließend
nur noch zu sagen…Liebe Deutsche Bahn wir warten auch noch auf unsere 500€ Rückerstattung der Ticketkosten!!! Aber mit dem kleinen Bürger könnt ihr sowas ja
machen….!
Quellen: Netzpolitik.org, Golem.de, Heise.de, N24, Focus.de
Comments